Kinder- und Jugendpsychotherapie Hans Adolf HildbrandtPsychtherapeuthische Praxis
praxis
Dr. phil.
HANS-ADOLF HILDEBRANDT
  • Kinder- u. Jugendlichen-
    Psychotherapeut
  • Dipl.-Pädagoge, M.A.
  • Dip.-Supervisor (DAGG) (DGSv)
  • Gruppenpsychotherapeut (BAG)

Gruppenpsychotherapie für Jugendliche mit Essstörungen

In der Behandlung von Essgestörten fällt auf, dass sich die Patienten mit dem Verarbeiten von Erlebnissen und Gefühlen schwer tun. Das Unverdauliche scheint die Intensität der Erlebnisse und Gefühle zu sein, die als überwältigend erlebt werden. Die Patienten finden keine Worte, Phantasien oder Metaphern, um sie zu beschreiben und damit zu verarbeiten. Das gestörte Essverhalten erfüllt häufig die Funktion, nicht nur quälende und beunruhigend Gefühle, sondern auch ängstigende äußere Bedrohungen zu bewältigen.
Daher konzentrieren sich die psychotherapeutischen Bemühungen weniger auf das Symptom, sondern an erste Stelle darauf, das zerbrechliche psychische Gleichgewicht zu stabilisieren. Häufig sind Essstörungen das Symptom einer Beziehungsstörung und lassen sich als Folge sozialer Ängste verstehen. Sie entwickeln sich meist schon in der Kindheit und resultieren aus der Angst vor Kränkungen, Hilflosigkeit, Neid, Eifersucht und Trennungsschmerz. Die Nahrungsbeziehung lässt sich auf diesem Hintergrund als eine Art Ersatzbeziehung verstehen, mit der versucht wird, der namenlosen Angst in Beziehungssituationen zu entkommen.

In einer tiefenpsychologisch fundierten Gruppenpsychotherapie fördert die ähnliche Problematik aller Teilnehmerinnen das Gefühl mit der Essstörung nicht allein zu sein. Die Selbsterforschung wird gefördert; die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich in den Geschichten der anderen selbst wieder zu entdecken. Außerdem wirkt die Gruppe häufig als Gegengewicht zu den sehr engen und verstrickten Beziehungen innerhalb der Familie.

Da die Ursachen oder Auslöser von Essstörungen oft im familiären Bereich liegen und diese Ausdruck für die Konflikte sind, die in der Familie existieren, kann eine Familientherapie angebracht sein, denn jedes Mitglied wird damit zu einem mehr oder weniger großen Teil der Symptomatik und wird in die Behandlung mit einbezogen. Oft ist nicht klar, wie viel eine Person im Familiensystem mit seinem eigenen Verhalten zur Entstehung und Beibehaltung einer Sucht beiträgt, daher kann das mit Hilfe einer Familientherapie analysiert und verändert werden. Alte, unbewusste Strukturen werden auf diesem Weg aufgedeckt und es wird klar, dass die Essstörung oft nur ein Symptom für ein Problem ist, das die gesamte Familie betrifft und unbewusst oder bewusst totgeschwiegen wird.

Die Gruppenpsychotherapie findet in wöchentlichen Sitzungen mit einer Dauer von 100 Min. statt. Die Gruppe umfasst mindestens 6 und höchstens 9 Teilnehmer.