Kinder- und Jugendpsychotherapie Hans Adolf HildbrandtPsychtherapeuthische Praxis
praxis
Dr. phil.
HANS-ADOLF HILDEBRANDT
  • Kinder- u. Jugendlichen-
    Psychotherapeut
  • Dipl.-Pädagoge, M.A.
  • Dip.-Supervisor (DAGG) (DGSv)
  • Gruppenpsychotherapeut (BAG)

Qualitätsmanagement

Die Pflicht zur Qualitätssicherung in den Institutionen der Gesundheitsversorgung ist seit langem gesetzlich verankert. Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Psychotherapeuten und medizinischen Versorgungszentren sind zur Qualitätssicherung und gegebenenfalls deren Nachweis verpflichtet. Selbstverständlich ist Qualitätssicherung in der Psychotherapie nichts völlig Neues, da sich Psychotherapeuten auch in der Vergangenheit Qualität sichernd betätigt haben. So ist jede Fort- und Weiterbildung, jede Supervision und jede sorgfältig erstellte Diagnostik und Therapieplanung, jeder Bericht an den Gutachter eine Maßnahme der Qualitätssicherung.

Allerdings haben wir es inzwischen mit einer boomenden "Q-Branche" zu tun, die berechtigten Anlass zur Kritik gibt. "Der Trick der inzwischen flächendeckenden Institution der Qualitätssicherung," so Klaus Dörner, "besteht zunächst darin, dass alle Leute schon das Wort "Qualität" gut finden und immer mehr davon haben wollen. Die Befürworter der Q-Branche behaupten, dass wir heute soweit seien, Qualität messen zu können. Damit ist der gesunde Menschenverstand, der Quantität zwar für messbar, aber eben darum Qualität nicht für messbar hält, hinreichend eingeschüchtert" (K.Dörner: Helfende Berufe im Markt-Doping. Neumünster 2008). Als Folge wird wirkliche, das heißt nicht messbare Qualität, insbesondere reine Begleitzeit, wegrationalisiert. Im gleichen Zuge wird die möglichst effektive und schnelle Behebung einer krankheitswertigen Symptomatik einseitig in den Vordergrund gerückt und eine Ökonomisierung und Normierung der heilenden Beziehung gefördert.

Daher lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich meine Patienten nicht als "Kunden" und mich selbst nicht als „Leistungserbringer“ und die Beziehung zwischen uns nicht als "Versorgung" verstehe. Die Psychoanalyse sollte auch nicht als „Technik“ verfremdet, das heißt als Regelwerk verstanden werden, wie wir es in Bezug auf mechanische Dinge gewohnt sind und nicht an "Leitlinien" und "Qualitätsstandards" gemessen werden. Vielmehr ist die Psychoanalyse als "heilsame Beziehung" ein Prozess des Verstehens des nicht bewussten Teils der Seele und damit eine Heil-"Kunst" wie das Verstehen der Dichtung und hat wie alle Künste ihre eigenen Regeln und Normen.

Mein Ziel ist es, meiner psychotherapeutischen Praxis den Charakter einer relativ "qualitätsfreien Zone", das heißt der geringsten bürokratischen Fremdkontrolle zu erhalten und mir selbst die Freude an Selbstkontrolle und damit Verantwortungsbereitschaft als Voraussetzung für wirkliche Qualität.